Eine grüne Oase
Die Bepflanzung des Wohnwintergartens
Sobald der Wintergarten gebaut ist und alle technischen Voraussetzungen wie Lüftung, Heizung und Beschattung geschaffen sind, kann man sich endlich der Einrichtung seines Wohnwintergartens zuwenden. Hierzu gehört auch die Bepflanzung, mit der nach dem eigenen Geschmack eine ganz persönliche grüne Wohlfühloase geschaffen wird.
Wintergartenpflanzen sollen jahrelang wachsen und tragen neben rein dekorativen Qualitäten durch bestimmte Funktionen zum optimalen Raumklima bei: Sie filtern Licht, geben Schatten und produzieren Sauerstoff.
Das Erfolgsrezept für die Begrünung ist, sich erst einmal über die individuellen Bedürfnisse klar zu werden und dann den hausinternen „Garten“ gezielt anzulegen – jedenfalls in der Grundstruktur. Pflanzenflächen werden zu Anfang nach ihrer Funktion festgelegt: Sollen sie als Sichtschutz dienen, eine Sitzgruppe beschatten oder einfach nur Urlaubsfeeling mit üppigem Grün und vielen Blüten vermitteln? Sind ausreichend freie Flächen und Wege vorhanden, die nicht zugestellt werden sollten?
Viele Wintergartenbesitzer begrünen ihren Innenraum noch nach der herkömmlichen Art, die zu Orangeriezeiten vorherrschte. Die Pflanzen mussten transportabel sein, da sie im Gewächshaus nur überwinterten und im Sommer ins Freie getragen wurden, und wuchsen daher in großen Kübeln. Auch heute werden viele Pflanzen in dekorativen Gefäßen aufgestellt.
Für eine großflächige Begrünung bietet es sich an, den Wintergarten so zu betreiben wie den Garten im Freien. Es werden große Beckenbeete angelegt, die dann systematisch bepflanzt werden. Diese Beete müssen nicht zwingend ebenerdig sein, sondern können als so genannte Bankbeete auch in individuell auszuwählender Höhe angelegt werden. Pflanzen in Bankbeeten gedeihen üppig und vermitteln das Gefühl, im Freien zu sein. Kombiniert mit einigen Kübelpflanzen schaffen sie eine exotische Atmosphäre und lassen den Wintergarten schnell zum beliebtesten Aufenthaltsort im Haus werden.
Am Anfang der gelungenen Bepflanzung steht die Auswahl von Strukturpflanzen, die ganzjährig den Stil prägen und den Rahmen für Blütenpflanzen und andere Blickpunkte geben. Ob man sich die natürliche Strauchvegetation oder die Halbwüste zum Vorbild nimmt, themenorientiert einen Etno- oder Zengarten anlegt oder einfach Pflanzen nach seinem Gusto mischt: es lohnt sich auf jeden Fall, sich einmal in botanischen Gärten oder einfach den Gewächshäusern der Händler umzusehen. Dabei ist an individuellem Stil erlaubt, was gefällt. Wer seinen Wintergarten hingegen nicht nur privat nutzt, kann einen professionellen Berater hinzuziehen.
Für warme Wintergärten eignen sich besonders Pflanzen aus feuchttropischen Gebieten, die im Handel in großer Auswahl zu erhalten sind. Viele Wintergartenbesitzer bevorzugen, je nach baulichen Gegebenheiten, Palmen, Bananenstauden, Feigen oder Agaven als Rahmen, der sich dann mit Oleander, Kakteen oder Obstgehölzen ergänzen lässt. Zum Auffüllen eignen sich niedrige Boden deckende Pflanzen. So entsteht eine üppige Vegetation, bei der allerdings die Größe des eigenen Wintergartens bedacht werden sollte. Insbesondere Pflanzen, die schnell eine große Höhe oder Breite erreichen und üppig wachsen, wie beispielsweise Bambus oder Banane, können Platzprobleme schaffen.
Grundsätzlich ist vor der Bepflanzung darauf zu achten, dass eine gute Lüftung sowie Beschattung vorhanden sind. Eine gute Lüftung verhindert zu hohe Temperaturen und zu große Luftfeuchtigkeit, die Beschattung beugt drohenden Verbrennungen auf der Blattoberfläche vor.
Die immergrünen Strukturpflanzen lassen sich hervorragend durch Blütenpflanzen ergänzen, die wie diese entweder in Beete gesetzt oder einfach in Kübeln aufgestellt werden. Wer es sich dabei einfach machen will, nimmt gewöhnliche Zimmerpflanzen, die in nahezu allen Arten durch den großen Lichteinfall bestens gedeihen. Es bieten sich auch Pflanzen an, die bei uns in der warmen Jahreszeit im Freien blühen, wie Stiefmütterchen, Narzissen oder Tulpen.
Im gängigen Zierpflanzenhandel gibt es jedoch ein wesentlich größeres Spektrum an ausgefallenen blühenden Pflanzen, die im Wohnwintergarten wachsen, wie blühende Tropen- und Subtropengehölze oder mediterrane Blühgewächse. Nicht jede Tropen- oder exotische Pflanze gedeiht jedoch bei und nicht jede lässt sich zum Blühen bringen. Auf jeden Fall ist hier eine ausführliche Beratung beim Fachhandel angeraten, der Empfehlungen für die individuellen Gegebenheiten vor Ort und die Ansprüche der jeweiligen Pflanze geben kann. Auch die Fachliteratur oder das Internet bieten zahlreiche Informationsmöglichkeiten.
