Wohnen im Wintergarten
– Teil 2 –
Wohnwintergärten lassen sich in nahezu jeden Haustyp integrieren – an Gebäude angebaut bzw. angelehnt oder als integraler Bestandteil der Baukonstruktion. Sie bieten beispielsweise Möglichkeiten für eine stilgerechte Altbausanierung oder als attraktives Gestaltungselement eines Neubaus. Dabei können sie an den Wohnbereich angebunden werden, zwei Gebäudeteile miteinander verbinden oder einfach eine Terrasse ganzjährig nutzbar machen. Es gibt zahlreiche Varianten und daher sollte ein Wintergarten immer individuell geplant und nach den gewünschten Vorstellungen und gegebenen Voraussetzungen konstruiert werden.
Bei der Planung des Wintergartens sollten die Lage, die bauliche Ausstattung, die Bepflanzung und die Inneneinrichtung sowohl die gesamte Technik auf die Bedürfnisse und die finanziellen Möglichkeiten des Bauherren abgestimmt werden. Als erstes wird entschieden, wofür der Wintergarten hauptsächlich genutzt werden soll. Gartenbauüblich lassen sich Wintergärten in Häuser mit unterschiedlichen Temperaturstufen einteilen. Kalthäuser dienen beispielsweise der Überwinterung für den Großteil unserer Kübelpflanzen, sind aber für Menschen eher zur Betreuung der Pflanzen und nicht für einen längeren Aufenthalt geeignet.
Im Warmhaus, dem Wohnwintergarten, findet man den Komfort des üblichen Wohnklimas. Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass alle Komponenten stimmen, die man schon bei der Planung berücksichtigen sollte, um spätere Probleme und Enttäuschungen zu vermeiden. Hierzu gehört ein integratives Konzept von der Ausrichtung und Lage bis zu Überlegungen zum Anschluss an das übrige Haus – etwa als offene Verbindung oder abgetrennt durch bewegliche Glaselemente. Weitere Überlegungen gelten in der Planungsphase dem Material der Konstruktion sowie der Verglasung und unabdingbare Komponenten wie Beschattung, Be- und Entlüftung, Heizung sowie Luftbe- und entfeuchtung. Erst mit dieser adäquaten technischen Ausstattung kann der Wintergarten so genutzt werden, wie seine Bewohner es wünschen. Und da gibt es zahlreiche Möglichkeiten: privat als erweiterter Wohnraum, als verglaste Terrasse, als Spielzimmer für Kinder, als HomeOffice oder als Wellnessraum sowie gewerblich als Büro, Restaurant oder Empfangshalle. Erst nach der groben Planung sollte man sich mit der Bepflanzung und Innenausstattung beschäftigen. Auch hier gibt es zahlreiche Tipps und Hilfen im Fachhandel.
Interessierte können ihren Wintergarten durch einen Architekten planen und eine Fachfirma errichten lassen. Wer jedoch nicht über große finanzielle Reserven verfügt, sollte sich überlegen, Kosten durch Eigenleistungen zu reduzieren. In diesem Falle braucht man nicht an der Größe, der Qualität oder dem Material Abstriche zu machen, sondern man erzielt Einsparungen durch Selbstmontage eines individuell gefertigten Bausatzes.
Ob Sie Ihren Wintergarten bauen lassen oder selber aufbauen: Fachleute raten, ihn immer als planerische Gesamtaufgabe zu verstehen und sich vorher ausreichend zu informieren. Ihre Nutzungsabsicht sollte bei Ihrer Planung jedoch im Vordergrund stehen. Damit Sie viel Freude an Ihrem Wintergarten haben und sich in ihm garantiert wohl fühlen.
Info-Tipp
Vier Faktoren bestimmen den ersten Schritt zum Wintergarten: Funktion, Nutzung, Dimensionierung und Positionierung.
Überlegen Sie daher vor der Planung:
- Wofür wird der Wintergarten primär genutzt?
- Soll er ganzjährig benutzt werden?
- Welche Größe soll er haben?
- Welches ist der ideale Standort – in Bezug auf Anbindung an das Haus und Himmelsrichtung?
